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Interventionen im Stadtraum und Ausstellung, 25. September – 30. Oktober 2026, Orbit Königstor.
In der Nazizeit überwachte die zentrale Gestapostelle in Kassel rund 1,2 Mio. Einwohner und verfolgte aus rassistischen, politischen und weltanschaulichen Gründen mehr als 10.000 Menschen, von denen über 4.000 ermordet wurden.
Im Sommersemester 2026 beschäftigten sich Studierende der Architektur, der Stadtplanung, des Produktdesigns und der visuellen Kommunikation von der Universität Kassel und der Kunsthochschule Kassel mit dieser Thematik. Ziel des Projektes war, Aspekte des Themas im Stadtraum heute temporär sichtbar zu machen.
Auf Basis einer fünfwöchigen Recherche zu von der Gestapo verfolgten Opfergruppen in Kassel und Nordhessen sowie zum hiesigen Rechtsextremismus seit 1990 kartierten die Studierenden die Orte zu den Themen. Hiervon ausgehend konzipierten sie Interventionen im Stadtraum, um einzelne Sachverhalte exemplarisch, punktuell und temporär sichtbar zu machen. Auf Wunsch der Studierenden fiel der Fokus auf oft sonst weniger beachtete Opfergruppen, auch wenn Jüdinnen und Juden die mit Abstand am härtesten betroffen waren und in der Anfangszeit des Regimes zudem vor allem politische Gegner verfolgt wurden.
Kasseler Osten
28 Orte →Rechtsextremismus heute
19 Orte →Programm
Eröffnung der Ausstellung
Eröffnung der Ausstellung im Orbit mit anschließender Einweihung von zwei Interventionen im Stadtraum zum Arbeiterziehungslager Breitenau und zum Zwangsarbeitslager Paul-von-Hindenburg-Schule (heute Jacob-Grimm-Schule).
Fahrradtour: marginalisierte Verfolgte
Wir erkunden gemeinsam mit dem Fahrrad die Interventionen an Orten von oft marginalisierten Verfolgten — Sinti*zze, Christen und Freimaurern. Wir enden am Zwangsarbeiterlager Mattenberg (Kronenackerstraße 11, Oberzwehren). Redebeiträge von Carsten Huhn und Wilfried Siegner (angefragt).
Einweihung Intervention Zwangsarbeitslager Wolfhager Straße
Einweihung der Intervention, welche neun Zwangsarbeitslager der Henschelwerke in Rothenditmold markiert. Redebeiträge von der Gedenkstätte Breitenau (angefragt).
Begehung Orte des Rechtsterrorismus
Begehung von mehreren Orten in der Kasseler Innenstadt, die seit 1990 Tatorte oder Infrastrukturen rechtsextremer Aktivitäten waren. Wir enden am Kulturbahnhof. Redebeiträge von Oberbürgermeister Sven Schoeller, Mobilem Beratungsteam Hessen und Angehörigen der Opfer.
Ausstellung
Ausstellung mit Ergebnissen der Recherche und der Interventionen. Geöffnet mittwochs von 16 bis 18 Uhr und samstags von 15 bis 18 Uhr.