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Kreuzkirche - Bekennende Kirche

Im Kasseler Vorderen Westen befindet sich die Kreuzkirche. Während der NS-Diktatur war diese Kirche ein zentraler Schauplatz des Kirchenkampfes in Nordhessen. Ab 1933 war sie ein Zentrum der »Bekennenden Kirche", die sich gegen die Gleichschaltung und die Ideologie der regimetreuen »Deutschen Christen" stellte. Das Innere der Kirche wurde zum Schutzraum für verbotene Zusammenkünfte.

Eng verbunden ist dieser Ort mit dem Wirken von Pfarrer Paul Lieberknecht (1886-1947), der von 1925 bis 1941 als Gemeindepfarrer an der Kreuzkirche tätig war. Lieberknecht stellte sich aktiv gegen das Vordringen der nationalsozialistischen Rassenideologie in der Kirche. Als Vertrauensmann des »Büros Pfarrer Grüber" riskierte er seine Freiheit, indem er verfolgte Christen jüdischer Herkunft und jüdischen Mitbürgern sowohl geistlichen als auch logistischen Beistand leistete. Seine Wirkungsstätte und seine Wohnungen im Quartier wurden zu Treffpunkten des kirchlichen Widerstands, was ihn ins Visier der Geheimen Staatspolizei rückte.

Von der Gestapo ist er ständig bedroht, im NS-Hetzblatt «Stürmer» als «Judenknecht» verächtlich gemacht sowie von der Kirchengemeinde angefeindet worden. Die Ehescheidung von seiner Frau Charlotte wurde Anlass zu einem schweren Konflikt mit der Kirchenleitung, so dass Lieberknecht sein Pfarramt 1941 niederlegte und ein Jahr später resigniert aus der Kirche austrat. Nach 1945 bemühte er sich vergeblich um den Wiedereintritt in die Kirche und verstarb 1947.


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