Ständeplatz -- Logenhaus der Freimaurer
In dem großen, repräsentative Logenhaus am Ständeplatz hatten mehrere Kasseler Logenhaus am, unter ihnen die Loge »Zur Eintracht und Standhaftigkeit" ihre Heimat. Dieser Ort war eine private Stätte des Austauschs, an dem Werte der Freimaurer wie Aufklärung, Toleranz und freie Persönlichkeitsentwicklung gepflegt wurden. In der NS-Ideologie wurden die Freimaurer dämonisiert. Man warf ihnen vor, im Geheimen mit dem Judentum zu kooperieren, um eine Weltherrschaft zu errichten. Das Ziel des NS-Regimes war die völlige Zerstörung der Organisation. Im Januar 1934 erging der Verbots- und Auflösungsbefehl für die Logen. Die Gestapo beschlagnahmte das Gebäude am Ständeplatz. Das gesamte Inventar, die rituellen Gegenstände, Dokumente und die Bibliotheken wurden geplündert. Das Logenhaus selbst wurde weit unter Wert zwangsverkauft, wobei der Erlös vom NS-Staat einkassiert wurde. Die Mitglieder wurden systematisch überwacht, aus dem öffentlichen Dienst entlassen und gesellschaftlich sowie wirtschaftlich gezielt ruiniert.
Das historische Logenhaus am Ständeplatz existiert in seiner ursprünglichen Form nicht mehr, weil das Areal im 2. Weltkrieg zerstört wurde und später neu bebaut. Heute wird der Gebäudekomplex am Ständeplatz unter anderem von der Handwerkskammer Kassel als Verwaltungs- und Dienstleistungssitz genutzt.
