Wohnung Erich Gustav Semm
In der Weserstraße 36 lebte der Halbbruder von Margarets Steinmar, Erich Gustav Semm. Er wurde zur selben Zeit wie sie vom NS-Regime verfolgt, war im Zuchthaus Wehlheiden inhaftiert und wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt. Zu Ende seiner Haftzeit wurde er auf den Truppenübungsplatz Heuberg verschleppt.
Ein Brief Erichs an die gemeinsame Mutter Anna Martha Wiegand hielt die Gefängnisleitung zurück, weil er sich »abfällig" über die Haft geäußert hatte. Erhalten blieb dieser Brief nur, weil der Staat ihn beschlagnahmte: »Kassel 01.01.1940 \[...\] habe noch nichts von Euch gehört, ich bin verlassen!". Erich Gustav Semm überlebte die Verfolgung.
Die Familie führte ihre Sinti-Herkunft auf mündliche Überlieferung zurück, belegt ist die Verfolgung als »Asoziale" und nach der Volksschädlingsverordnung.
