netzwerke der ns-verfolgung in kassel
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Lager Wartekuppe

Bereits im Ersten Weltkrieg hatte es auf der Wartekuppe ein Lager für Kriegsgefangene und ein "Seuchenlager" gegeben. Im Jahr 1937 richtete die Stadt Kassel hier ein Sammellager für Sinti:zze und Roma ein. Zu Beginn waren über 200 Menschen in 39 Wohnwagen untergebracht. Im Sommer 1938 wurde das Gelände eingezäunt. Ab Dezember 1938 wurde durch Vereinbarung mit der Staatspolizei ein Wachdienst durch die Schutz- und Stadtpolizei eingerichtet. Am Jahresende 1938 bestand dieses Lager aus nur noch neun Wagen, 48 Menschen waren hier registriert.

Ab 1940 wurden auf dem Gelände zudem Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter:innen in mehreren Holzbaracken untergebracht, des Weiteren gab es eine gesonderte Baracke für ca. 50 jüdische Menschen. Diese wurden 1941/42 in die Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager im Osten deportiert und dort zumeist ermordet. Anschließend mussten Menschen, die in sogenannten »privilegierten Mischehen" lebten, hier einziehen; sie überlebten.

Nach der Befreiung vom NS-Regime im Jahr 1945 brachten die Alliierten in dem Lager zunächst 800 deutsche Soldaten als Kriegsgefangene unter, die von polnischen Soldaten bewacht wurden. In den Jahren 1947/ 1948 diente das Areal als politisches Internierungslager für ehemalige NSDAP-Mitglieder, die in den Entnazifizierungsverfahren verurteilt worden waren. Anschließend wurde das Gelände bis in die 70er Jahre als eine Unterkunft für Obdachlose genutzt. Für diese errichtete man Anfang der 1950er Jahre zehn neue Steinbaracken neben dem einstigen Lager, während die Holzbaracken aus der NS-Zeit abgerissen wurden.


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