Zwangsarbeiterlager Paul-von-Hindenburg-Schule
Während der Bombardierung Kassels im Jahr 1943 wurden viele Zwangsarbeiterlager zerstört oder beschädigt. So gab es nach der Bombennacht von 22.10.1943 ungefähr 10.000 obdachlose Zwangsarbeiter. Zur zügigen Unterbringung wurden unter anderem Schulen benutzt.
Auch das Schulgebäude an der Wilhelmshöher Allee ging in jener Nacht mit sämtlichem Inventar in Flammen auf. Deshalb wurden die Zwangsarbeiter wahrscheinlich nicht in dem Gebäude der Schule, sondern temporär in Zelten untergebracht. Zelte wurden auch in anderen zerstörten Lagern, wie dem Henschel-Lager Möncheberger Gewerkschaft, errichtet, um Zwangsarbeitende unterzubringen.
Die 900 an der Hindenburg-Schule untergebrachten Italiener stammten aus dem Henschel-Lager an der Holländische Str. 149. Dementsprechend war die Paul-von-Hindenburg-Schule das größte Zwangsarbeiterlager in einer Schule in Kassel und spielte eine zentrale Rolle für die kurzfristige Unterbringung der obdachlosen Zwangsarbeiter. 1944 wurden die Zwangsarbeiter: innen dann zur Bürgerschule 10, Untere Karlsstraße überstellt.
