»Afrika Siedlung"
1916 wurden die ersten Wohnungen in der Siedlung gebaut. Dabei handelte es sich um (Sozial-)Wohnungen für die Arbeiterinnen und Arbeiter der Diana-Werke, später auch der Spinnfaser AG und der Gerhard-Fieseler-Werke. In den 1930er-Jahren verfolgte die Politik das Ziel, an die durch den Ersten Weltkrieg verlorenen deutschen Kolonien zu erinnern. Die Straßen der Siedlung wurden entsprechend umbenannt, etwa in Togostraße und Windhoekstraße sowie nach Kolonialoffizieren wie Adolf Lüderitz und Hermann Wissmann. Dadurch erhielt die Siedlung inoffiziell den Namen »Afrika-Siedlung". In den Jahren 1937/38 wurde dieser zuvor inoffiziell verwendete Name vom Stadtteil auch offiziell übernommen. Die Straßennamen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg nicht geändert.
In den letzten zehn Jahren gab es mehrere Versuche, insbesondere die Ehrung von Kolonialverbrechern durch Straßenbenennungen zu ändern, unter anderem durch die Initiative »Kassel Postkolonial". Diese Bemühungen blieben bislang erfolglos. Eine Kommission der Stadtverordnetenversammlung arbeitet jedoch gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern daran, bis Ende 2027 alle problematischen Straßennamen zu untersuchen und Empfehlungen für mögliche Umbenennungen vorzulegen.