Haftanstalt ELWE
Die heutige Justizvollzugsanstalt III (JVA III) wurde in den Jahren 1874 bis 1876 als Untersuchungsgefängnis für Männer und Frauen errichtet. Administrativ wurde sie als Zweigstelle des Zuchthauses Wehlheiden verwaltet. Den Spitznamen »Elwe" erhielt das Gefängnis aufgrund seiner Adresse in der Leipziger Straße 11.
Während der NS-Zeit wurde das Gefängnis auch von der Gestapo als Leitstelle sowie zur Unterbringung von sogenannten »Schutzhaft-Häftlingen" genutzt. Mit dem Instrument der Schutzhaft wurde im NS-Regime Regimegegner ohne jegliches Gerichtsverfahren verfolgt und inhaftiert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gefängnis weiterhin genutzt und durch eine Jugendarrestanstalt ergänzt. In den 1990er-Jahren diente es zudem zeitweise als Abschiebegefängnis. Im Jahr 1994 kam es dort zu einer Revolte von inhaftierten Flüchtlingen und Asylsuchenden, die gegen ihre Haftbedingungen protestierten. Im Jahr 2009 wurde die »Elwe" geschlossen. Während der documenta 13 wurde das Gebäude vorübergehend als Hotel genutzt. Im Jahr 2015 wurde es an einen Immobilienbesitzer verkauft, der es zu Wohnungen konvertiert hat.