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Angriff auf linkes Zentrum »Bazille" 1994

Am Abend des 28. Februar 1994 verübten Neonazis einen Anschlag auf das linke Kulturzentrum »Bazille" in der Sickingenstraße 14 in der Kasseler Nordstadt. Unbekannte Täter\*innen warfen eine scharf gemachte Übungshandgranate aus einem Auto heraus in den Eingangsbereich des Gebäudes. Auf der Granate klebte ein Aufkleber der »Anti-Antifa Bonn" mit der Parole »Organisiert die nationale Selbsthilfe! Anti-Antifa".

Dieser Angriff war Teil der aggressiven »Anti-Antifa"-Strategie der nordhessischen Rechtsextremismus-Szene. Zu dieser Zeit setzte das militante Milieu in Kassel, insbesondere im Umfeld der »Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei" (FAP), verstärkt auf die systematische Ausspähung, Datensammlung und Bedrohung politischer Gegner\*innen.

Trotz der Schwere der Tat blieb der Fall jahrelang ohne strafrechtliche Konsequenzen. In der Rückschau wird die mangelnde Aufarbeitung solcher Gewaltakte oft als Versäumnis kritisiert, das zur weiteren Radikalisierung in der Region beigetragen hat.


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